Klassische Musik in jazziges Gewand gehüllt

CD-Vorstellung Kreuznacher Musiker verzaubern von Bach bis Brahms

Bad Kreuznach. Ein wahres Feuerwerk klassischer Musik in jazzigem Gewand entzündeten am Freitag die drei Musiker aus Bad Kreuznach in der Loge. Auf ihrem CD-Release-Konzert kamen nicht nur die Zuschauer im vollbesetzten Saal der Loge auf ihre Kosten. Bach, Brahms und Beethoven hätten ebenfalls ihre Freude an diesem originellen Konzert gehabt, das deutlich machte, dass Klassik, Jazz und Akustikrock viel mehr Gemeinsames als Trennendes haben.

Gleich zu Beginn zeigten Petra Erdtmann an der Querflöte, Joe Völker am Flügel und Peter Götzmann am Schlagzeug die Bandbreite ihres Könnens mit dem klassischen Werk „Ankunft der Königin von Saaba“ von Georg Friedrich Händel und dem Stück „Wolken“ aus „32 Konstellationen“, komponiert vom deutschen Jazzmusiker Rainer Granzin.

Vor dem „Präludium und Fuge c-Moll“ von Johann Sebastian Bach erläuterte Joe Völker, dass das Spielen einer Fuge quasi der Kanon mit Abitur sein und das Stück nun mit drei verschiedenen Schwerpunkten zu Gehör gebracht werde. Überhaupt waren an diesem Abend die wissenswerten Erläuterungen von Joe Völker und Petra Erdtmann das Salz in der Suppe. Der Zuhörer wurde geführt und war so in der Lage, den musikalischen Verlauf der Lieder nachzuvollziehen.

Als ausgesprochen originell erwies sich die Bearbeitung von Beethovens temperamentvollen Rondo „Wuth über den verlorenen Groschen, ausgetobt in einer Caprice“. Auch hier erkläre Völker, dass Beethovens Verleger und Biograf Anton Schindler den ursprünglich etwas umständlicheren Titel "Alla ingharese quasi un capriccio“ in diesen eingängigen Titel umwandelte und so mit zur Popularität des Stücks beitrug.

Hörenswert war auch der zweite Satz von Antonio Vivaldis „Der Frühling“ aus den „Vier Jahreszeiten“. Der schlafende Ziegenhirt, umgeben von den raschelnden Blättern und dem Bellen eines Hundes wurde im Largo formvollendet interpretiert.

Mit dem rasanten „Säbeltanz“ des sowjetisch-armenischen Komponisten Aram Katschatrujan aus dem Ballett „Gayaneh“, beendet mit der Melodie „It Don't Mean a Thing“ von Duke Ellington, entließen die Künstler ihr Publikum in die Pause, um danach mit Liedern von Chick Corea und Pat Metheny noch einmal voll aufzudrehen.

Ruhig, getragen spielte das Trio die Vertonung eines Spaziergangs durch eine Ausstellung und des Verweilens vor dem Gemälde „das alte Schloss“ von Modest Petrowitsch Mussorgski. Das begeisterte Publikum verlangte Zugaben, die mit Brahms, Bach und dem puertorikanischen Jazzmusiker Juan Tizol auch gewährt wurden.

Kai Sieben, Öffentlicher Anzeiger Bad Kreuznach vom 21.1.2013